Musikgala Herthasee

Holzappel. Als mehrere Stars von Pinocchio '90 ganz in Weiß um 20.30 Uhr die Bühne betraten und damit den Startschuss für eine furiose, ja grandiose Drei-Stunden-Show am Herthasee gaben, schien nach einem verregneten Tag die Sonne. Dies war eine symbolträchtige Wetterkapriole für das überzeugende Comeback der erfolgreichen Musik-Theatergruppe, deren Mitglieder sehnsüchtig diesen Neubeginn herbeigesehnt hatten.

Über 40 Kinder, Jugendliche und Erwachsene entführten rund 350 Gäste, die ohne jegliche Werbung aus dem gesamten Umland gekommen waren und damit ihre Solidarität mit Pinocchio '90 bekundeten, in die märchenhafte Welt berühmter Musicals vergangener Jahrzehnte und von heute. In herrlichen Outfits, hinreißenden Tanzchoreographien, wundervollen Liedern mit herrlichem Stimmpotenzial bewiesen die Künstler, dass sie in die Zukunft blicken, dass die Show ihr Metier ist, dass sie Unterhaltung produzieren und die Zuschauer mitreißen wollen.

Das ist ihnen bei der Premiere von „Let's start again" in phantastischer Weise gelungen. Dabei griffen die Künstler auf bewährte Stücke aus Musicals wie „Phantom der Oper", „Elisabeth" oder „Grease" zurück, hatten aber auch neu einstudierte Beiträge im Gepäck wie die wunderschönen „Broadway Classics" sowie Lieder aus „Mozart", „Jesus Christ Superstar" oder „Feivel, der Mauswanderer".

Das gesamte Programm war ein Genuss. Da spielte es auch keine Rolle, wenn kurzfristig die Regenschirme aufgespannt werden mussten (dazu sang Pinocchio „It's raining on Prom Night" aus „Grease") oder es zu angerückter Stunde recht kühl wurde. Pinocchio '90 ließ es durch die phantastische Präsentation von Balladen in Duetten oder Quartetten, durch hinreißende Tanzdarbietungen und einer geschickten Programmgestaltung, die in flotte Disco-Rhythmen à la Boney M („Daddy Cool") und ABBA („Mamma Mia") mündete, warm ums Herz werden. Symbolisch für alle sei eine junge Zuschauerin in der ersten Reihe erwähnt, die von der ersten bis zur letzten Minute strahlte. Glücklich durch Pinocchio '90, die Gruppe, die Gefühl und Power gleichzeitig zeigte. Wie gut, dass es Pinocchio gibt.

Die engagierte Truppe, dessen neuer Vorstand die große Solidarität lobt, bereitet sich bereits auf „Alice im Wunderland" in der Vorweihnachtszeit in Hadamar vor, plant weitere Shows im Schlosshof Limburg, am Herthasee und in Bad Ems und fährt im August in die Elzer Partnergemeinde Waldmünchen.

Als sich „Pinocchio '90" nach einem stimmungsgeladenen Finale am Samstagabend verabschiedete, spiegelte sich der Halbmond romantisch im See. Noch ein Symbol von oben.

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